Sobald ein Konto bei einem Broker eröffnet und kapitalisiert wurde, können Investments in Aktien getätigt werden. Es gibt, abgesehen vom Alter keine Beschränkungen. Mit der richtigen Auswahl an Wertpapieren können jährlich zweistellige Renditen erwirtschaftet werden. Wer langfristig an der Börse erfolgreich sein möchte, muss den „Beruf“ des Traders erlernen. Welche Möglichkeiten der Handel mit Wertpapieren bietet und wo die Vor- und Nachteile liegen, wird in den nächsten Absätzen erklärt.

 

1.1.   Renditemöglichkeiten

Einzelaktien gehören zu den riskanten Anlagearten. Dabei muss bei dieser Aussage stark differenziert werden, denn ein Investment in DAX-Titeln ist weniger riskant als der Kauf von Pennystocks (Aktien mit einem Preis von unter einem US-Dollar). Bei der Betrachtung der Renditemöglichkeiten wird der DAX als Abbild des Marktes definiert.

Zwischen 1939 und 1959 untersuchte Nicholson im Rahmen einer Studie den Aktienmarkt. Die Aktienauswahl für sein Portfolio traf er mit Hilfe des Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Im genannten Zeitraum stieg der amerikanische Aktienmarkt im Durchschnitt um 7,5 Prozent. Börsennotierte Unternehmen mit einem niedrigen KGV erzielten im gleichen Zeitraum eine durchschnittliche Rendite von 13,5 Prozent. Kevin Matras kommt in seinem Werk Finding Number 1 Stocks zu einem ähnlichen Ergebnis. Matras untersuchte das Kurs-Buch-Verhältnis und fand heraus, dass die jährliche Rendite bei einem KBV zwischen null und eins bei 12,6 Prozent lag.

Ein aktiv gemanagtes Portfolio erzielt eine überdurchschnittliche Rendite im Jahr. Neben einem direkten Investment in Aktien bietet sich der Kauf von Fondsanteilen an. Abhängig vom Verkaufszeitpunkt liegen die Renditen von Aktienfonds bei über fünf Prozent im Jahr. Wurde ein Fonds dreißig Jahre bespart und 2008 aufgelöst, erzielte der Sparer eine jährliche Performance von 8,5 Prozent. Gegenüber dem Handelsblatt wies der BVI-Experte Frank Bock darauf hin, dass die Rendite am Hochpunkt der Krise mit 6,1 Prozent im Jahr noch vergleichsweise gut ausfiel. Deutsche Aktienfonds erreichen im Jahr – vor Steuern und ohne Berücksichtigung der Kosten eine durchschnittliche Performance von 12,4 Prozent.

 

1.2.   Fundamentale Aktienstrategien

Es gibt fundamentale und charttechnische Handelsstrategien. Eine Strategie soll aus einem Aktienuniversum von mehreren tausend Werten die richtigen herausfiltern. Anleger möchten damit unterbewertete Aktien entdecken und entsprechend investieren.

Kurs-Gewinn-Verhältnis: Das KGV gilt als beliebteste fundamentale Kennzahl. Zur Errechnung wird der Kurs je Aktie ins Verhältnis mit dem Gewinn je Aktie gesetzt. Alternativ kann die Marktkapitalisierung des Unternehmens durch den Gewinn geteilt werden. Aktien mit einem KGV von unter 10 gelten als kaufenswert. Um die Kennzahl sinnvoll interpretieren zu können, muss sie mit anderen aus der Branche vergleichen werden. Banken besitzen beispielsweise ein höheres KGV als Softwareunternehmen.

Kurs-Buch-Verhältnis: Das KBV setzt den Kurs je Aktie ins Verhältnis mit dem Buchwert je Aktie. Ein KBV von unter eins deutet auf eine Unterbewertung hin. Ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8 sagt aus, dass der Anleger mit einem Investment von 80 Cent Buchwert in Höhe von einen Euro erwirbt.

Bei der Anwendung von fundamentalen Aktienstrategien ist Obacht geboten, denn bei der Berechnung und Interpretation dürfen keine Fehler gemacht werden. Die Anlageentscheidung ausschließlich auf fundamentale Kennzahlen zu begründen, ist die falsche Herangehensweise, denn die Ergebnisse beziehen sich auf historische Werte. Als Filterkriterium sind die Kennzahlen hilfreich.

1.3.   Vor- und Nachteile der Anlage

Ein Investment in Aktien setzt Wissen voraus. Volkswirtschaftliche Zusammenhänge, Unternehmenskennzahlen, Chancen und Risiken müssen permanent richtig bewertet werden. Für Anfänger eignet sich das Börsenparkett nicht. Die Teilnahme an einem fiktiven Börsenspiel ist anzuraten. Alternativ kann in einen Aktienfonds investiert werden. Der Fondsmanager übernimmt die Auswahl der Aktien und erhält dafür eine Gebühr vom Anleger. Die Rendite liegt bei überschaubarem Risiko oberhalb von fünf Prozent. Der richtige Aktienfonds muss gefunden werden. Das Internet bietet genügend Informationen für die Eigenrecherche. Ein Vermögensberater kann dem Anleger die nötigen Informationen liefern und wertvolle Tipps geben.

Wer sich mit der Thematik auseinandersetzt und über Jahre die Literatur studiert, wird langfristig mit Aktien Erfolg haben. Die eigene Altersvorsorge kann selbst in die Hand genommen werden. Die Aussicht auf eine hohe Rendite verlangt vom Anleger einiges ab. Selbstdisziplin und ein hohes Maß an Selbstkritik sind nur einige Eigenschaften eines erfolgreichen Traders.