Der US-Dollar wurde bis zur Aufhebung des Abkommens von Bretton Woods 1971 durch die amerikanischen Goldreserven gedeckt. Es wurde eine Parität von 38 US-Dollar pro Gold-Unze festgelegt. Die übrigen Währungen wurden in einem System fester Wechselkurse gegenüber den US-Dollar konvertiert. Weltweit wurden rund 120.000 Tonnen des Edelmetalls gefördert. Das entspricht einem Würfel mit einem Volumen von 8.000 Kubikmetern (20 x 20 x 20 Meter). Wie selten Gold ist, wird anhand einer einfachen Rechnung deutlich. Auf der Erde gibt es rund acht Milliarden Menschen. Wenn das Gold fair verteilt werden würde, bekäme jeder Bürger 20 Gramm des glänzenden Edelmetalls.

In Gold kann direkt über Münzen und Barren oder indirekt über ETCs oder Goldminenaktien investiert werden. Die Anlage in physisches Gold birgt viele Vorteile und soll Gegenstand der Betrachtung sein. Ob es sich bei dem Edelmetall um einen Sachwert handelt, darf diskutiert werden.

„Obwohl viele behaupten, Gold sei ein Sachwert, ist es das in meinen Augen nicht, denn es hat weder einen Ertrag noch einen Bedarf in der Wirtschaft.“ Investmentlegende André Kostolany über Gold.

 

2.1.   Renditemöglichkeiten

Die letzten Jahre waren von der Finanz- und Schuldenkrise geprägt. Die Notenbanken druckten Geld und überschwemmten damit den Markt. Die Investoren waren und sind auf der Suche nach sicheren und renditeträchtigen Anlagen, denn das Guthaben auf den Tagesgeldkonten oder Sparbüchern wurde und wird nur noch minimal verzinst. Warum es dann also nicht mit einem Investment in Gold versuchen?

Die Wirtschaftsfachblätter titelten in den vergangenen Jahren immer damit, dass Gold einen Höchststand nach den anderen erreichte. Die Kursanstiege relativeren sich jedoch, wenn die Inflation berücksichtigt wird. Als 1980 in den USA die Ölkrise ausgebrochen ist, erreichte der Goldpreis erstmalig die Marke von 850 US-Dollar.  Aktuell notiert der Goldkurs knapp unterhalb von 1.300 US-Dollar pro Unze. Inflationsbereinigt würde der Kurs von 1980 bei 2.100 US-Dollar liegen.

Zwischen 1980 und 2005 bewegte sich der Goldpreis seitwärts. Ein Investor hätte bis 2013 eine jährliche Rendite von gerade einmal knapp zwei Prozent erwirtschaftet. Wie bei jedem Investment kommt es auf das Timing an, denn seit 1990 erzielt Gold eine durchschnittliche Wertsteigerung von sieben Prozent. Von 1970 bis 2010 erlebte Gold im Mittel eine jährliche Rendite von 9,5 Prozent.

Der Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt hat einen großen Einfluss auf die Rendite. Im Mai 1997 übernahm Gordon Brown das Amt des Schatzkanzlers in England. Er hatte in Fragen der Geldpolitik uneingeschränkte Befugnisse von der Bank of England erhalten. Zwischen 1999 und 2002 verkaufte er von 715 Tonnen englischer Goldreserven 395 Tonnen. Warum er das getan hat, ist bis heute unklar. Er verkaufte zu einem Zeitpunkt, als der Goldpreis sich auf einem 20-Jahres-Tief befand. Die Bank of England verlor dadurch mindestens sieben Milliarden Dollar.

 

2.2.   Gold als Krisenwährung

Gold ist der Inbegriff der klassischen Krisenwährung. Das Edelmetall ist nicht beliebig vermehrbar, selten und wird weltweit als Tauschmittel anerkannt. In Zeiten von geopolitischen Risiken stellt Gold den sicheren Hafen dar. Aus dem oben abgebildeten Kurschart werden die einzelnen Krisen deutlich sichtbar.

In den 80er Jahren beherrschte die Ölkrise das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten. Als am 11. September 2001 die Zwillingstürme des World-Trade-Centers in sich zusammenstürzten, kannte der Goldpreis nur noch eine Richtung: aufwärts. Am 11. September selbst stieg der Kurs um sieben Prozent an. Im Februar 2009 stieg der Goldpreis erstmals über die Marke von 1.000 US-Dollar. Die Aktienmärkte entwickelten sich konträr zum Goldkurs.

 

2.3.   Vor- und Nachteile der Anlage

Gold bietet gegenüber anderen Anlageformen zahlreiche Vorteile. Im Gegensatz zu Silber unterliegt Gold nicht der Mehrwertsteuer. Die Liquidität des Metalls ist hoch. Ohne große Verluste kann Gold gekauft und verkauft werden. Die Wertdichte ist höher als bei Silber.  Eine Unze Gold hat einen Wert von knapp 1.300 US-Dollar. Silber hat bei dem gleichen Gewicht lediglich einen Wert von rund 20 US-Dollar. Der Goldkurs wird in den nächsten Jahren tendenziell steigen, denn die Schwellenländer sind bemüht, ihre Goldreserven aufzustocken.

Der Kurs des Edelmetalls unterliegt dennoch den gewohnten Schwankungen an der Börse. Einer der größten Nachteile ist die sichere Aufbewahrung. Die Anmietung eines Schließfaches ist anzuraten. Die Hamburger Sparkasse vermietet ein Schließfach für 25 Euro im Jahr. Für Gold im Wert von 1.000 Euro lohnt es sich also nicht, denn die 25 Euro an Kosten entsprechen einer Rendite von 2,5 Prozent. Alternativ können Schuldverschreibungen, sogenannte ETCs erworben werden. Exchange Traded Commodities bilden den Goldkurs ab und werden von einer Bank emittiert. Geht die Bank pleite, ist das investierte Geld im schlimmsten Fall weg. Das im ETC gehandelte Gold wird physisch in den Tresoren der entsprechenden Bank gelagert. Pro Jahr fallen beim ETC-Fonds Verwaltungsgebühren in Höhe von rund 0,35 Prozent an.

 

Quelle: Finankun.de